Mitternachts-Kopfkino in Neuseeland

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Wusstet ihr, dass man von Thailand nach Neuseeland noch mal 14 Stunden fliegt, einmal in Australien umsteigen muss und die Uhr weitere 6 Stunden nach vorne stellt? Ich nicht! Da sitze ich nun, mitten in der Nacht, während es bei euch taghell ist, mache kein Auge zu und habe zum ersten Mal in meinem Leben einen Jetlag! Komisch, wenn man bedenkt, wie oft und weit ich schon unterwegs war! Ist es wirklich ein Jetlag? Oder ist es die Aufregung vor der Zeit, die jetzt auf mich zukommt? Oder ist es, weil ich krank bin? Keine Sorge, es ist ein ganz normales „Frauenkranksein“, wo die Nase zu ist und die Stirn warm, eine Zeit, in der man sich eben ein bisschen unwohl fühlt. Kein „Männerkranksein“, wo der Schnupfen durchaus auch bösartiger Nasenkrebs sein könnte!

Das geilste Land der Erde soll es sein, von Urlaubern, die nie wieder zurückkommen und auswandern, die sich einheiraten und bleiben, davon liest man viel. Ich werde es erforschen und prüfen, vermutlich in den nächsten 4 Monaten – so lange habe ich geplant, von zu Hause wegzubleiben, solange sollte das Geld reichen, solange habe ich in weiser Voraussicht meine Auslandskrankversicherung abgeschlossen. Kann ich aber notfalls verlängern.

Vermutlich kann ich nicht schlafen, weil mir 1 Millionen Gedanken durch den Kopf schwirren.

Ich hab ja so ein Work-and-Holiday-Visum. Arbeiten werde ich müssen, ich weiß nämlich nicht, wie ich mir den ganzen Spaß hier sonst leisten soll. Es ist bedeutend teurer als in Asien, das wusste ich zuvor, deswegen habe ich mir schon im August das Arbeitsvisum besorgt. Ich weiß, ich bin ein Fuchs. Aber wie gehe ich nun vor? Aktuell übernachte ich auf der Couch einer Freundin, die vor einem Jahr auch mal kurz nach Neuseeland geflogen ist – den Heimflug hat sie anscheinend versäumt. Beziehungsweise nie gebucht. Zu Recht. Soll ich zuerst arbeiten? Oder zuerst reisen? Eigentlich sollte ich auf der Stelle losfahren, ich bin nämlich ziemlich spät dran mit meiner Neuseelandreise – ab Mai wird das Wetter schlecht, ab Mai kommt der Winter. Und im Winter will ich weiß Gott nicht reisen. Aktuell lach ich mir noch ins Fäustchen, wenn ich bei Facebook eure „Hilfe-Kalt-Ekelhaft-Schnee-Bilder“ sehe. Wie ihr wisst, hatte ich die letzten Monate konstante 30 Grad und bin sehr glücklich damit. Genau meine Temperatur. Wahrscheinlich macht es Sinn, zuerst zu reisen, die letzten 3 schönen Sommermonate noch mitzunehmen.

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Aber wie soll ich reisen? Mit dem Bus? Trampen? Ein Auto mieten? Ein Auto kaufen und später wieder verkaufen? Kann ich mir das leisten? Wenn ich es nicht zerstöre, sollte ich am Ende plusminus null rauskommen. Soll ich es mir alleine kaufen? Oder mal in den Hostels vorbeischauen, was am schwarzen Brett so aushängt. Vielleicht will ja noch jemand ein Auto kaufen oder mieten und man kann sich die Kosten teilen?! Eine prima Idee – aber was ist, wenn ich an ein Arschloch oder eine Dumpfbacke gerate, die ich nach 2 Tagen nicht mehr leiden kann? Mit unbekannten Personen wochenlang durch Neuseeland reisen? In den letzen Monaten war das egal – wenn mir jemand blöd gekommen ist, hab ich mich am nächsten Tag eben zu anderen Leuten gesetzt. Aber was, wenn der anfängliche Reisepartner zum Unsympathen wird, wir aber gemeinsam ein Auto besorgt haben? Anhalten, Tür auf, betroffene Person von den Klippen stoßen und allein weiterfahren? Kommt wahrscheinlich nicht so gut an.

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Meine Freundin hat mir empfohlen, für nächste Woche erstmal alleine ein Auto zu mieten und in 4-5 Tagen den Norden um Auckland zu erkunden – so hat sie das auch gemacht, so fand sie das geil. Mal sehen. Alleine mit dem Auto durch Deutschland – kein Problem! Aber kilometerlange Strecken alleine durch Neuseeland? Mögen sich bösartige Zungen nun wieder das Maul zerreisen: Aber in den letzten 10 Jahren habe ich immer meinen Papa angerufen, wenn aus meinem uralten Polo 6N mal wieder schwarzer Rauch aus der Motorhaube kam und nix mehr voranging. Der weiß im Schlaf, wie der Karren tickt und konnte immer mit einem der beiden Statements dienen:

1. Is wurscht wenn der alte Kübel wieder qualmt, kann nur Problem XY sein, geh nen Kaffee trinken und start noch mal neu, bis Heim kriegst ihn schon noch und wennst in Selb bist, schau ich mal drüber.

ODER

2. Elendiges scheiß Ding! Anzünden und verbrennen sollte man die Dreckkiste! Lass es stehen und fahr irgendwie anders weiter.

Nun, mein neues Auto wird er nicht kennen, außerdem ist er 18.000 Kilometer entfernt. Was also tun, wenn ich alleine unterwegs bin und irgendwas nicht läuft? Eine großartige Ahnung von Autos habe ich nun wirklich nicht. Ich kann Tanken, Reifen wechseln und das Auto mal raussaugen. Gerne fahre ich auch mit 0,1 Bar Reifendruck auf der Felge durch die Gegend und merke es erst beim nächsten Heimatbesuch, wenn ich bei der Begrüßung auf ein völlig entgleistes Gesicht stoße. So ist das mit mir und den Autos. Mal sehen wie ich das alles regel, die Nacht ist noch jung, der Jetlag nicht überwunden, kann ja noch ein bisschen drüber nachdenken. Und was könnte ich arbeiten? Irgendwas, was ich gelernt habe? Also PR? Oder irgendwas, was ich kann? Also Bar? Oder was völlig Verrücktes? Kiwis pflücken? Miesmuscheln sortieren? Schafe scheren? Schafe scheren schaff ich nicht, da pinkel ich mir in die Hosen vor Lachen!

Mäh!

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Wie ihr seht, sind die Möglichkeiten mal wieder grenzenlos. In ein paar Stunden ist die Nacht vorbei, dann fängt der nächste Tag an. Wenn es so läuft wie heute, habe ich am Abend 7 weitere Prospekte in der Hand, war bei 3 Car-Rentals und habe mich bei 2 anderen Traveller-Foren angemeldet. Man muss sich ja schlau machen. Oder einfach losfahren?

Ich wünsch euch einen schönen Tag und mir nun hoffentlich eine gute Nacht 🙂

3 Comments

  • Marieke sagt:

    Uiii klingt das spannend! Aber bedenke du bekommst nur einmal das working Holiday Visum in Neuseeland. 4 Monate Reisen und dann arbeiten würde ich sagen und dann nochmal Reisen 😀 und wenn du 3 Monate auf ner Farm gearbeitet hast, könntest es sogar ein 2. Mal beantragen.
    Zum Auto, ich würde mir nen umgebauten VW Bus kaufen/mieten. Und dann für kurze abschnitte immer jemanden mitnehmen, der sich optimalerweise mit Autos auskennt. Oder einer Gruppe mit Autos anschließen. Wenns nicht passt kannst im Notfall ja woanders hinfahren.

    Ich freu mich schon auf mein Abenteur in Australien. Werde aber mit dem arbeiten anfangen und dann das Reisen hintenran 🙂
    Liebe Grüße
    Marieke

    • Cat Cat sagt:

      Das klingt ja alles sehr vielversprechend 🙂 wusste gar nicht, dass man das noch ein zweites Mal bekommen kann? Aber ich glaub, wenn man wirklich hier bleiben will, findet sich immer ein Hintertürchen… Deine Idee, mich immer mal wieder irgendeiner Gruppe anzuschliessen steht auch ganz weit oben! Wünsch dir ganz viel Spaß in Australien – vielleicht sieht man sich, heute Nacht hatte ich dann überlegt, dass ich da ja eigentlich zu Abschluss noch ein paar Wochen hinfahren könnte – wie gesagt, Kopfkino 😉

      LG
      Cat

  • Civil sagt:

    Hey schon lange nix neues mehr Ein guter Anlass we4re doch der Schneefall in NZ. Da die He4user ja meist keine Heizung haben Ist sehr kalt? Ein paar Fotos we4ren auch nicht schlecht Also nur wenn man sich was wfcnschen darf hoffe auf neues bis dahin viel Spadf,Ray

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