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Vor nicht allzu langer Zeit stand ich in Vietnam an einer Bushaltestelle. Durch einen Nationalpark wollte ich laufen, einen dummen Affen beobachten. Irgendwann früh morgens um 6 Uhr sollten die wilden Gibbons ihren lästigen Sound von sich geben, doch meinetwegen hätten sich diese gottverdammten Gibbons lieber ins Knie ficken können. Die Geckos aus dem letzten Blogpost waren auch schon gottverdammt, wie mir beim Schreiben dieser Zeilen auffällt. Ich war wohl bereits innerlich taub. Vielleicht asientaub, vielleicht reisetaub. Ich weiß es bis heute nicht. Als ich an dieser Bushaltestelle stand, war es wie ein mittelschlimmes Piepsen, das sich irgendwo zwischen den Ohren breit gemacht hat. Durchgedreht, wie so häufig in den letzten Monaten. Ich habe mein Handy gezückt, ein bisschen drauf rumgedrückt, ein bisschen nachgedacht und mich einmal bis nach München durchgebucht . Und dann ging alles ganz schnell. Ein Taxi nach Saigon, ein Flieger nach Bangkok, ein Flieger nach Dubai und schon war ich da. Keine 30 Stunden nach der Bushaltestellenodyssee bin ich meiner Mutter auf einem kleinen Dorfbahnhof in die Arme gefallen. Heulend.

Tschüss, Asien!

Mir war nicht mehr danach. Mir war nach gar nix mehr. Diese Thailand-Nummer hat mich diesmal ausgelaugt und mehr Kraft gekostet, als ich eigentlich zur Reserve übrig hatte. So lässt sich der ganze Sachverhalt wohl in wenigen Worten beschreiben. Schwer zu verstehen, wenn man an einem solchen Ort ist. Aber ich konnte nicht mehr.

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„Geh zurück nach Los! Fall auf dem Weg dorthin acht mal hin, bring dich in Gefahr, verliere all deine Sachen und veranstalte einen riesengroßen Affenzirkus. Denk darüber nach, ob du verrückt bist und dann fang noch mal von vorne an.“ So oder so ähnlich ging es in meinem Kopf herum. Nicht sonderlich gut. Die nachfolgende Vietnamreise war zwar geil, doch ich war leider am Ende meiner Kräfte angelangt.

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Seit drei Monaten bin ich zurück in Nürnberg und das freut mich sehr. Hier ist es schön. In unserem Südstadtghetto sitze ich regelmäßig auf unserem schönen Balkon. Der Balkon ist nur drei Quadratmeter groß. Doch mit vereinten Kräften haben wir ein wunderschönes Idyll gezaubert. Fühlt sich an wie Urlaub. Aber auch wie Daheim sein. Und Daheim sein, das war es, was ich wohl dringend gebraucht habe.

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Hier kann mir keiner was, hier mache ich dies & das. Ich habe viel nachgedacht in den vergangenen Wochen. Es wird hantiert und in alle Richtungen gefeilt, wie nun alles weiter geht, weiß ich gerade auch noch nicht so genau. Vielleicht schwingt ein Hauch von Drama in diesem ganzen Blogpost mit. Warum der Blog in den vergangenen drei Monaten sterben musste, weiß ich nicht. Abstand halt, ein bisschen verkriechen. Im Nachhinein betrachtet vielleicht nicht die klügste Idee. Aber gar so schlimm ist es nun auch wieder alles nicht. Und wenn ich ehrlich bin, war ich zwischenzeitlich auch schon wieder in Kroatien und am Wochenende geht es für ein paar Tage nach Mallorca! Ich freu mich schon.

Tschüss!

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