Der gefallene Krieger: So war das Finale

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„Der Beweis von Heldentum liegt nicht im Gewinnen einer Schlacht, sondern im Ertragen einer Niederlage.“ Diesen furchtbar klugen Spruch wusste David Lloyd George, wer auch immer er sein mag. Möge er in Frieden ruhen. Ein Spruch, den man sich an Tagen wie diesen zu Gemüte führt und reflektiert. Denn es ist nicht allzu lange her, da zog ein tapferer Krieger mit acht weiteren Kämpfern in die Schlacht und war sich bewusst, dass der Kampf hart wird. Vorbereitet, motiviert und selbst das kleinste Detail des Gegners kennend, war der Krieger seit Wochen darauf bedacht, seine Konkurrenz zu vernichten, sich zu behaupten, sich zu beweisen. Der Krieger ist gefallen. Er hat es nicht geschafft. Ein gefallener Krieger, der bin dann wohl ich.

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Nach acht Wochen fulminanter PR in eigener Sache bedarf es deshalb eines würdigen Abschlusses einer Aktion, die so schnell wohl keiner vergessen wird. Ich nicht und ihr nicht. Der Co-Titel des Blogs gewinnt in diesen Tagen mehr an Bedeutung denn je – rosarote Wochen, gefolgt von kackbraunen Tatsachen. Ist nicht immer so, wie es am schönsten wär. Wie ihr alle wisst, war es für mich eine Herzenssache und die Niederlage hat mich kurzzeitig niedergeschmettert. Nun stehe ich wieder auf den Füßen, haue in die Tasten und freue mich an dieser Stelle verkünden zu dürfen:

Das Final-Wochenende war grandios!

Ein spektakulärer Ostsee-Ausflug, begleitet von einem ordentlichen Kick Adrenalin. Neue, coole Menschen, schweißtreibende Challenges und eine lustige Gaudi, die ich definitiv in sehr guter Erinnerung behalten werde.

Vorhang auf für die Pelzerhakener Strand-Sause

Los gings am Freitag mit einer Pressekonferenz, auf der sich alle Teilnehmer zum ersten Mal gegenüberstanden. Auge um Auge, Zahn um Zahn. In vollständiger Anzahl leider nur zu neunt, denn die B-Prominenz hat auf sich warten lassen und ist final nicht erschienen. Das Big Brother Sternchen eben. Also sorry, diese Aktion fand ich unter aller Sau und mit dieser Meinung stand ich glaub ich auch nicht alleine da. Eine andere Person hätte eigentlich nachrücken können, wenn Madame keine Starallüren ausgepackt hätte, indem sie kurz vor knapp nicht erscheint. So waren wir nur zu neunt und durften uns kurz alle beschnuppern, bevor es daran ging, sich unter Blitzlichtgewitter der Presse vorzustellen.

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Innerlich hatte ich gebetet, dass ich als Erste dran komme, um mich von den Vorstellungstexten der anderen nicht irritieren zu lassen. Der typischen Pechsträhne geschuldet war ich als Vorletzte dran und kam nicht umhin, einen kleinen Angstschiss zu unterdrücken, der sich anbahnte. Die fulminante Vorstellung der anderen hatte es in sich und ich war dementsprechend eingeschüchtert. Bereits zu diesem Zeitpunkt war klar: Das wird hart.

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Ein anschließendes Fotoshooting diente als Ice-Breaker und somit waren neun tapfere Kämpfer gewillt, sich auf den Weg an die stürmische Ostsee zu machen. Doch auch im Bus, wo die Aufregung noch in den Knochen saß, sollte eine weitere Challenge solide gemeistert werden: Speed-Dating-Interviews mit den Verantwortlichen und ihren fleißigen Helferlein. Sieben Interviews a drei Minuten, in denen ca 20 Fragen gestellt und beantwortet werden sollten. Hat ganz prima funktioniert, bis ich in die freudigen Augen der vorletzten Fragenstellerin blicken konnte.

„Hola chica, como ven tus familiares y amigos tu proyecto? Creen que eres capaz de defenderte a ti misma? Y tu serias capaz de manejar el sentimiento de no poder ver a tus queridos durante un ano?“

Schöne Scheiße. Nun. Wer in seiner Bewerbung angibt, dass er Spanisch kann, der sollte in so einem Fall auch solide performen können. Tatsächlich lerne ich Spanisch bereits seit 8 Jahren, nur im letzten Jahr, da ist es wohl ein bisschen zu kurz gekommen, was eine unschöne Folge hatte: Ich habe es ganz offensichtlich verdrängt. Um Kopf und Kragen habe ich mich geredet! Irgendwas habe ich schon erzählt, doch was es genau war, das werde ich wohl niemals erfahren. Die hochschellende Augenbraue des Gegenübers sprach auf jeden Fall Bände und der Angstschweiß unter meiner Achsel auch. Selten so froh gewesen, wenn ein unangenehmes Gespräch vorbei war. Der Rest des Speed-Datings im Bus war eine coole, runde Sache und der vorab ausgeteilte Jägermeister erfüllte seinen Zweck: Alle waren locker und hatten Spaß. Ein Zweiter hätte aber auch nicht geschadet. Die Busfahrt nahm ihren Lauf und schon waren wir an der Ostsee.

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Angekommen in Neustadt bei Holstein wären wir beinahe aus den Latschen gekippt, denn die gebuchte Unterkunft wirkte beinahe pornös. Viele kleine Häuschen, mitten am Strand, die mit Sauna und Kamin dann doch so ausgestattet waren, wie man es als Low-Budget-Backpacker eigentlich nicht kennt. Geile Scheiße.

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Gemeinsam mit Iza, Wolf, Andy und Jana wurde ich in eine Hütte gesteckt und mit dem TV-Star aus Berlin Tag & Nacht sogar in ein Bett. Ob das gut geht? Das lief hervorragend und im Nachhinein kann ich mir nix besseres vorstellen, als im angesoffenen Zustand kichernd im Bett zu liegen und sich ein bisschen Gossip aus erster Hand der TV-Show reinzuziehen. Herrlich!

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In einem lustigen Tipi-Zelt mitten am Strand, das fortan als allgemeiner Sammelpunkt und für wilde Feierei da war, gab es am ersten Abend eine solide Grundlage in Form von Pizza, die wohl als Aufsauger für den bereitgestellten Wein- und Biervorrat dienen sollte. Ich glaube ja bis heute, dass das auch ein Test war. Wer trinkt wieviel und wer benimmt sich so richtig daneben? Ehrlich gesagt hat mich das alles erleichtert, ich hatte mir zwar vorgenommen, gar nix zu trinken, aber wenn die schon so ankommen , dann mach ich natürlich mit. Man will ja nicht als Memme dastehen. Aus dem Anti-Alk Vorsatz wurden dann doch 5 Bier, doch die fränkische Frohnatur steht ihren Mann und fällt nicht negativ auf. Hoffe ich zumindest.

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Nach einer kurzen Nacht stand uns ein extrem nervenaufreibender Samstag bevor. „Beweist euch in der Team-Olympiade, danach baut ihr ein Floß und schippert damit über die Ostsee, im Anschluss bitte solide vor der Kamera performen und am Ende des Tages schreibt ihr noch einen anständigen, überzeugenden Text für uns“

Challenge Accepted

Die Team-Olympiade war auf reinste Gaudi ausgelegt und die Gaudi, die stand uns allen ins Gesicht geschrieben. Keine Ahnung, warum ausgerechnet die fränkische Frohnatur so aussieht, als würde sie gleich in Tränen ausbrechen – das müssen die ostseebedingten Katastrophentemperaturen von durchschnittlich sieben Grad gewesen sein. Wir wissen ja, was ich von kalten, stürmischen Wetter halte: Nichts.

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Weiter gings mit Aufgabe zwei: „Baut ein Floß aus Fässern, Brettern und Seilen. Es gibt zwei Teams und die Zeit läuft ab jetzt“. Wenn man nicht mal einen anständigen Knoten machen kann, dann sind es Momente wie diese, in denen man vorsichtshalber einfach den Anweisungen der anderen folgt: Bretter hin und her tragen und bloß nix kaputt machen! Die ein oder andere gute Idee hatte ich aber auch und somit ist es uns gelungen, ein richtig schneidiges Speedo-Boot aus dem Boden zu stampfen. Hätten wir von Anfang an gewusst, dass wir damit tatsächlich auf hohe See hinausstechen, hätten wir vielleicht ein bisschen sauberer gearbeitet. Die Überfahrt gelang reibungslos und das Boot ist glückerlicherweise erst dann in sich zusammengebrochen, als wir mit den Füßen bereits wieder in der arschkalten Ostsee standen, um unser Kunstwerk nach außen zu tragen. Da wars dann aber eh schon Wurst.

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Challenge drei und vier waren weniger auf Action & Sport, sondern vielmehr auf Hirn und Konzentration ausgelegt. Schreibtest und eine Strandvorstellung des weltberühmten Pelzerhakener Strands sowie Gewinnspielverlosung via Videobotschaft. Das war witzig und auch von jedem auf seine eigene Weise super cool umgesetzt, wie sich dann in der Movie-Night zeigte. Ein bisschen war es so, als würde man sich selbst zum ersten Mal auf dem Anrufbeantworter hören: Man findet sich doof. Trotzdem für alle eine ganz runde Sache, wie ich finde. Ein feuchtfröhlicher Abend wurde lang und alle haben noch mal ordentlich Gas gegeben.

Und dann war schon der letzte Tag

Da war ich dann ganz schön unfit, so wie alle anderen auch. Ein jeder war schon ziemlich erledigt und eine bevorstehende Gruppendiskussion sowie Fitnesstest bei Schnee am Strand standen an. Hier haben wir unsere letzten Kräfte zusammengekratzt und alles gegeben. Nach dem Sporttest musst ich mich allerdings auch erstmal kurz setzen und so ein schlechtes Gefühl im Kopf, das begleitete mich irgendwie schon seit dem Aufstehen.

Es war an der Zeit, einen Sieger zu küren

Am Mittag mussten wir alle nacheinander aufstehen und uns vor die Jury stellen, die die ätzende Aufgabe hatte, uns nach und nach rauszukicken. Nachdem Andy, Wolf, Chatun, Sabi und Jana über die Niederlage informiert wurden, war ich an der Reihe und ich wusste schon beim Aufstehen, dass gleich was doofes passiert. Sowas hat man im Gefühl. „Ich habe heute leider keinen Flip Flop für dich“. Nein, das haben sie nicht gesagt, wär aber cool gewesen. Hier war das Ende der Fahnenstange und fortan war ich traurig.

Glückliche Gewinnerin ist Iza, die die Jury im Gesamtpacket überzeugt hat. Iza hatte ich schon in meinem letzten Blogpost als große Gefahr eingestuft und damit hatte ich wohl Recht. Dem Gesamtpacket kann ich nur zustimmen, denn sie kam tatsächlich in allen Kategorien ziemlich gut rüber. Auch wenn ich es natürlich am liebsten selbst gemacht hätte, ist das definitiv eine gute Wahl und ich wünsche ihr ein richtig cooles Jahr mit geilen Erfahrungen und ordentlich Power.

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Somit blieben acht traurige Kämpferlein zurück, was auch den Juroren und Chefs sichtlich im Herz geschmerzt hat. Und genau deshalb haben sie sich was ganz Besonderes für uns überlegt: Alle, die den Titel des Siegers an diesem traurigen Sonntag nicht mit nach Hause nehmen konnten, bekommen einen VIP-Korrespondenten-Vertrag! Und das ist eine super feine Sache. Ab sofort dürfen wir weltweit Strände testen, geben via Videobotschaft und Textbeschreibung unseren Senf zu den Destinationen und werden dafür bezahlt. All diese Strandvorstellungen gehen direkt auf die Beach-Inspector-Seite und wenn wir mal eine Weile dabei sind, gibt’s ordentlich Rabatt auf gebuchte Flüge. Ein grandioses Angebot, das ich sehr gerne dankend annehme und wie es der Zufall so will, sitze ich in drei Wochen auch schon wieder am Strand. Es geht nach Thailand, wo ich vorerst auch mal eine Weile bleiben werde.

Und dann werde ich das da mal testen

Die Show ist vorbei und ich danke all meinen Fans, die mich auf diesem langen Weg mit soviel Motivation begleitet haben. Ihr seid toll und ich hoffe, dass ihr mich auch auf meiner anstehenden, kleinen Reise begleitet!

Der gefallene Krieger ist nun zurück im Frankenland und wird in nächster Zeit ein bisschen Unfug treiben. Mit Unfug meint der Krieger feiern, bis er aus dem Club gekehrt wird, Nutella aus dem Glas löffeln, bis der Boden sichtbar ist und letzten Endes in den Flieger setzen, bis thailändischer Strand in Sicht ist. Der gefallene Krieger hat die Niederlage nach drei furchtbar traurigen Tagen weggesteckt, springt wieder freudig erquickt durch die Gegend und freut sich auf die nächste Sause.

Hinfallen. Aufstehen. Krone richten. Weitergehen.

Foto am 22.01.15 um 14.44

 

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