Drama, Baby, Drama!

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Nicht stressen lassen. Am Ende wird alles gut und wenn es nicht gut ist, dann ist es nicht das Ende. So langsam aber sicher wäre es schön, wenn ich mir diesen Leitfaden mal hinter die Stirn kleben könnte. Aber es gibt sie eben, diese Tage auf Reisen, an denen man mit dem falschen Fuß aufsteht. Und dann ist alles schlimm. Eigentlich bin ich ja nur in Penang, weil mein Thai-Visum abgelaufen ist und hier lässt sich das ganz gut regeln. Prinzipiell ist Penang auch wunderschön, bin nicht zum ersten Mal da. Mein Plan war, hier mit einem Fotobeitrag zu glänzen. Nun. Hier habt ihr ein paar Kack-Fotos und danach fang ich an zu schimpfen.

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Das Internet

Man sollte der Meinung sein, wenn man sich in einer Metropole aufhält, dass die Sache mit dem Internet läuft. Wenn es in meiner Hängematte in der Bambushütte funktioniert, dann doch bitte auch hier. Nein. Es geht nicht. Höchst motiviert habe ich mir auf Koh Phangan noch 6 Strände auf die Festplatte gespielt, die ich hier mal flott hochladen und bearbeiten wollte. Nix flott. Zur Stunde sitze ich vor meinem Laptop und schreibe diesen Text, während ich seit geschlagenen 25 Minuten versuche, meine Backend-Seite zu öffnen.

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Der Balken bewegt sich nicht. Vielleicht ein bisschen, für das menschliche Auge aber kaum erkennbar. Wenn ich es nicht lieben würde, würde ich mein MacBook nun nehmen, an die Wand klatschen und drauftreten. Aber dann habe ich spätestens in 5 Minuten ein weiteres, sehr kostspieliges Problem. Lassen wir das. Also nehme ich meine 6 Strände wieder mit zurück auf die Insel, auf der ich weitere Strände fotografiere und dann ist der Wurm drin, weil ich bestimmt durcheinander komme. Toll.

Mein Bein

Zu erst war es der Zeh, dann der Fuß, nun das Bein. Es fehlt nicht mehr viel, und es wird mir abfallen. Tschüss, Bein. Vor geraumer Zeit habe ich einen unübersehbaren Stein übersehen und bin so dermaßen auf die Fresse geflogen, dass ich mir just beim Sturz ein ordentliches Stück Fleisch aus dem Fuß gerissen habe. Hat wehgetan, aber ich handhabe solche Sachen immer so: Pflaster drauf und ignorieren, wird schon wieder, denn zum Arzt geh ich aus Prinzip nie. Erschwerend kommt hinzu, dass sich Tiere aus aller Welt herzlich dazu eingeladen fühlen, mich nachts anzugreifen. Ich weiß nicht, was mit den Mücken in Malaysia hier los ist. Mittlerweile sehe ich nicht mehr so aus, als wäre ich gestochen worden, ich sehe eher so aus, als hätte man mich angeschossen. Das wäre alles nicht so schlimm, wenn ich kein leidenschaftlicher Kratzer wäre. Als wäre das nicht genug, hatten wir gestern den zauberhaften Fall, dass ich völlig gestresst durch diese lauten, stickigen Strassen gelaufen bin und von einem Radfahrer übersehen würde, der dann auch noch mal richtig leidenschaftlich über meinen Fuß gefahren ist. Somit haben wir nun den Fall, dass ich mit einem geschwollenen Klumpfuß durch die Gegend laufe, der Aufgrund der vielen aufgekratzten Narben aussieht wie der eines Meth-Junkies.

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Diese ganzen humpelnden Inder, die hier hinter jeder Ecke lauern, denken mit Sicherheit, ich bin eine von Ihnen. Hautfarbe würde mittlerweile auch passen. Heute morgen musste ich mein Arzt-Prinzip leider über den Haufen schmeißen, nachdem ich gestern dezent darauf aufmerksam gemacht wurde, dass man über ein Bein, das so aussieht, keine Späße mehr machen sollte. Der Arzt war auch nicht sonderlich begeistert. Problem war nicht das fehlende Stück Fleisch und auch nicht der Reifenabdruck – Problem waren tatsächlich die Mückenstiche, die mein kleiner Körper hier irgendwie nicht verträgt. So musste ich mir vorhin unter entsetzlichen Schmerzen die Wunden ausschaben lassen, desinfinzieren und nun bin ich eine Woche auf Antibiotika. Toll.

Die Weiterreise

Ich weiß ja nicht, warum man sich das mit dem Visarun ausgedacht hat. Wahrscheinlich, um Menschen zu stressen. Ich dachte ja, ich tu mir eine Busfahrt nach Penang an und zurück fliege ich. Ganz tolle Flüge haben die da, ich suche schon seit Tagen und einer ist beknackter als der andere. Einen günstigen Direktflug in die Touri-Metropole Koh Samui gibt es nicht, weshalb ich mit der Assi-Küstenstadt Surrathani vorlieb nehmen wollte, für die es allerdings auch keinen Direktflug gibt – aber wenigstens wäre es günstig gewesen. Also umsteigen. Für eine Strecke, die man in 1,5 Stunden fliegen könnte, ist es prima, wenn man nach 45 Minuten in Kuala Lumpur umsteigen muss, 45 Minuten Zeit hat, um dann weitere 45 Minuten zu fliegen. Wer denkt sich denn so einen Mist aus? Einen einzigen Flug gibt es, der in Frage käme.

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Final dauert der ganze Ausflug dann aber doch wieder 12 Stunden und richtig geil ist der auch nicht. „Miss, when you are taking the first flight in the morning and you want to take the bus to the airport, you might be in a hurry. You have to change the airplane in Kuala Lumpur, but be carefull, you have just 45 Minutes – you might be in a hurry. When you arrive in Surrathani, hurry up. You have just 35 Mintes until your bus is leaving. Otherwise, you might be in a hurry. And unfortunatelly, the only bus from Surrathani to the pier is sometimes a little bit slow. When you arrive at the pier, you might be in a hurry to get the last boat.“

Good luck, I wish you the best!

Nee. Also da mach ich nicht mit, das klingt ja entsetzlich. Also nehme ich doch wieder den scheiß Bus und hoffe, dass ich diesmal nicht den einzig doofen Platz erwische, an dem die Sitzlehne im 30 Grad Winkel nach vorne steht. Das war schon auf der Herfahrt entzückend. All fingers crossed. Für den Notfall habe ich heute noch eine Schlaftablette im Gepäck, das hatten wir schon mal auf dem Hinflug vor 2 Monaten. Die Dinger haben so geknallt, dass ich während dem Essen weggeknickt bin und mit den Haaren kopfüber in meinem quadratischen Flugzeug-Chicken-Filet hing. Danach hatte man mir bekundet, man dachte, ich sei tot. Ja, da schmeiß ich mir dann eine. Toll.

Die Actioncam und der MP3-Player

Seit geraumer Zeit schwebt es mir vor, eine Actioncam zu kaufen. Ich hab den Eindruck, dass ich damit extrem viel Blödsinn machen könnte und das sagt mir gewissermaßen sehr zu.

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Ich habe extra gewartet, bis ich im Elektonik-Himmel bin – Penang. Nun. Ich weiß ja nicht, was die sich da denken, aber für eine nackige GoPro 4 Silver ohne jegliches Zubehör wollen die hier über 500 Euro. Die kriegt man ja sogar bei uns noch billiger! Also habe ich mich für einen billigen Abklatsch entschieden, der nun final nicht funktioniert. Also es funktioniert schon ,aber die Qualität ist miserabel und die Sache mit der Fernbedienung läuft auch nicht. Es hieß, wenn ich unzufrieden bin, kann ich wieder kommen und alles zurück geben. So geschehen gestern Abend. Ich hätte es mir vorab denken können, aber der Sir hat so getan, als hätte er mich noch nie zuvor im Leben gesehen und zurückgeben konnte ich gar nix. Bevor ich dann abreise, lauf ich da noch mal vorbei und kack dem Typen nen riesengroßen Haufen vor die Tür! Danach geh ich zu der Frau, die mir den MP3-Player verkauft hat, der geht nämlich nicht mal an. Toll.

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Fazit: Das war ein extrem teurer Ausflug nach Malaysia. Das sind die Momente im Leben, wo man immer sagt: Egal, es ist nur Geld, Hauptsache, du bist gesund. Stimmt eigentlich, aber ich habe ja dank Malaysia das Gammelbein. Es ist wohl an der Zeit für einen kleinen Spaziergang. Wenigstens ist Penang hübsch. Wenn ich mich wieder abreagiert hab, gibts mal einen schönen Fotobeitrag und ich meld mich wieder, wenn ich ungestresst zurück in Thailand bin und hoffentlich mit meinen Beinen am Strand rumspringen kann!

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