Lost in Paradise

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Man soll gehen, wenn es am Schönsten ist. Welch unfassbar dummer, völlig beknackter Spruch. Ich frag mich wirklich, welche Leuchte sich so eine Scheiße ausgedacht hat. Warum soll man gehen, wenn man ein schnuckeliges Bungalow hat, das in einer Felswand hoch über dem Meer steht? Wenn man früh morgens vom Bett in die Hängematte hechtet und die Sonne sieht, wie sie ganz langsam die kleine Bucht erhellt? Wenn überall coole Leute abhängen, die bis zum nächsten Tag zu geiler Musik tanzen? Wenn der Hostelbesitzer so nett ist, dass man ihn am liebsten einmal täglich fest drücken würde? Warum zur Hölle soll man dann gehen? Weil man irgendwann mal gehen muss. Leider.

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Also für mich ist es genau an diesen Tagen am Schönsten. Ich hatte meine Homebase auf Phangan bereits gefunden. Die, zu der ich seit Jahren immer wieder zurückkehre. Doch nun habe ich meinen neuen Lieblingsort.

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Wusstet ihr eigentlich, dass es an der kompletten Ostküste Phangans richtige dicke Techno-Parties gibt? Also ich wusste das, aber erfreulicherweise kann ich meine Arbeit als Strandtesterin vorschieben und damit rechtfertigen, warum ich hier schon seit einer Woche wohne und irgendwie nicht wegkomme. Insgesamt sind es 9 Strände, die ich hier erheben will, 4 davon konnte ich von meiner neuen Basis aus bereits erreichen. Für alle anderen werde ich das Feld von oben aufrollen, da brauch ich einen neuen Plan, denn der Masterplan, hier alles zu finalisieren, geht irgendwie nicht auf. Erst gestern habe ich mich entgegen aller Empfehlungen auf einen sehr weiten Weg durch den Dschungel gemacht, um Haad Yao East zu erheben. Das wäre beinahe in die Hose gegangen. Hätte mich im Gestrüpp eine Schlange gebissen, ich wäre in der Pampa elendig verreckt. Hätte mich die Sonne beim Wandern niedergestreckt, man hätte mich nie wieder gefunden. Der gestrige Tag war mit Abstand der anstrengendste in meinem ganzen Leben. Hat sich aber gelohnt. Ich habe es zurück geschafft, zwar mit nem fetten Sonnenstich und innerlich vertrocknet, aber jetzt ist alles wieder gut. Memo an mich selbst: Die restlichen Strände mit dem Boot abklappern!

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Doch zurück zu den Techno Parties. Wow. Man kann auf Phangan ohnehin gut feiern, doch hier, an der Ostküste, da ist es beinahe ekstatisch. Da ist zum einen die Musik. Als ich letzten Freitag in der Guys Bar am Haad Thien Beach war, hätte ich am liebsten meine Festplatte geholt und den DJ gebeten, mir sein 10 Stunden Set drauf zu spielen. Aber ich habs nicht mehr weggeschafft von der Tanzfläche. Den hier fand ich fett, man achte auf Minute 1:09 – da kanns einen schon mal ordentlich durch den Club fegen:


Das Gleiche gilt für den Eden Garden. Wow. Da waren wir von Samstag bis Sonntag. Wow. Was für eine unfassbar geile Location, um so lange zu tanzen, bis die Sonne aufgeht. Eigentlich ist es eine Bar, doch am Samstag, da ist es ein Club und coole Menschen von der ganzen Insel machen sich mit Booten auf den Weg, um hier steil zu gehen.

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Die Menschen hier an der Ostküste sind ohnehin noch um einiges gechillter als der Rest von Phangan. Richtig coole Leute, die man hier trifft. Doch eine Personengruppe, die finde ich seit dieser Woche irgendwie komisch. Undurchsichtig.

Es sind die Detoxer.

Ganz ehrlich? Diese Yoga-Detox-Retreat-Menschen sind elendige Heuchler! Verzichten eine Woche auf Essen, waschen sich den Arsch mit irgendwelchen Darmspülungen aus und tun so, als würden sie ihre Energie von stundenlanger Meditation und Gymnastik schöpfen. Und dann? Dann stehen sie Samstag früh um 7 im Club und starren dich mit ihren völlig vertellerten Augen an. Aber wegen deinem scheiß Bier, dass du gerade noch so halten kannst, erntest du wehleidige Blicke. Schlecht für den Körper und so. Die sollen mal schön vor der eigenen Tür kehren! Und dann hängen sie am nächsten Tag wieder im Detox-Tempel, sind blass um die Nase und bilden sich ein, sie bräuchten ein paar Körner. Kinder, nach so einer Nacht braucht man ein Cordon Bleu mit Pommes, dann läuft man auch strahlend mit einer gesunden Gesichtsfarbe durch die Welt!

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Ich hätte schon auch Lust, meinem Körper mal was gutes zu tun, aber wenn man nicht gescheit dahinter steht, kann man es auch gleich lassen. Aber man fühlt sich schon gut, wenn man mal in so einem Yoga-Laden isst. Ich habe letztens auch mal in so einem Schuppen gegessen, ein bisschen was „ausbügeln“ im Gesundheitscenter: Ruccola-Spinat Salat mit Cashews, Rote Beete und Apfel, dazu dann aber trotzdem ein Wrap mit gebratenen Bohnen, Käse und Sour Creme. Sehr geil, sehr vegetarisch. Ich fühlte mich gut, aber schwach. Zu wenig Proteine, zu wenig Kohlehydrate .

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Eigentlich wollte ich heute fahren. Und Gestern. Und Vorgestern. Doch ich bin lost. Lost in Paradise, will nicht mehr weg. Man kommt nur mit dem Boot weg oder mit einem völlig überteuertem Dschungel-Taxi. Für den Preis könnte man in Deutschland von Nürnberg nach München fahren. Also dann das Boot für mich. Doch wenn ich an diesem wunderbaren Morgen so auf meinen Balkon stehe und das Meer beobachte, dann stelle ich fest, dass es auch heute nix wird. Zu viele Wellen, das ist doch gefährlich. Hier kippt auch öfter mal ein Boot um und zerschellt an den Felsen. Nicht mit mir. Dann muss ich wohl noch ein bisschen bleiben. Ein Jammer.

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Manchmal frag ich mich, ob die Zeit nicht einfach still stehen kann. Mir gefällts hier so gut, dass ich nicht mehr weg will. Doch es gibt Probleme. Keine schlimmen Probleme, aber für mich als Hardcore-Grübler schon einige Gepflogenheiten, die mich leider manchmal nachts im Bett stehen lassen. Mein Visum zum Beispiel. Es läuft ab, mal wieder und diesmal ausgerechnet an meinem Geburtstag nächste Woche. Ich muss raus aus dem Land, und dann wieder rein. Leute, das könnt ihr doch nicht mit mir machen! Ich will an meinem Geburtstag nicht im Bus nach Malaysia sitzen, das ist doch turbo-ätzend! Und was mach ich jetzt? Keine Ahnung. Entweder wird noch hier gefeiert, dann überzieh ich mein Visum eben um einen Tag. Mal wieder. Irgendwann wird es für mich gewaltig eine auf den Deckel geben, ich sehe schwarz! Oder ich reise in ein paar Tagen aus, damit ich pünktlich zum Geburtstag wieder hier in meiner Homebase bin. Lassen wir uns mal alle überraschen und schauen, was passiert!

Ein sonniger Gruß vom wohl schönsten Platz auf Erden und bis bald!

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14 Comments

  • David sagt:

    määääänsch cat !! 🙂 ich verfolg dich jetzt schon seit ein paar Wochen, und muss jedes mal immer mehr Ähnlichkeiten zwischen uns feststellen…! 🙂 ich lache stellenweise tränen !!! 🙂 bin mir sicher das du eine Lösung für deinen Geburtstag findest!
    und ich hoffeeee sooo seeeehr das du dich im Juni wenn ich mit meinem freund unsere 9 wöchige Thailandtour starte, immer noch oder wieder in Thailand rumtreibst!!! am besten genau an der Ostküste Phangans !! was gibt’s denn bitte schöneres als mit geilen Leuten an geilen Stränden zu Techno feiern..?!?!
    wünsch dir weiterhin auf jeden fall ne halli-galli-mörder-drecksau-tour !!!! 😉
    mach´s gut und pass auf dich auf! 🙂

    • Cat Cat sagt:

      Hey David,

      freut mich sehr wenns dir gefällt, mal sehen ob ich im Juni noch da bin – ich glaub ja fast, da wird’s mir zu heiß 😉 Aber falls ich noch hier bin wirst du es bestimmt rechtzeitig auf meinem Blog erfahren, dann können wir uns treffen 😉

      LG

  • Sieglinde Voit sagt:

    Was für eine durchgeknallte Enkelin ich hab! Hallo, pass bitte auf Dich auf!

  • Nele sagt:

    Hi Cat, ich habe dich vor einigen Wochen zufällig entdeckt und kann seither nicht mehr aufhören, deinen Blog zu lesen. Alleine dein Slogan „Von rosarot bis kackbraun“ lässt mich jedesmal wieder zusammenbrechen vor Vergnügen. Ich liebe deine unverblümte Schreibe, deinen Sarkasmus und deine Unverstelltheit. Cordon Bleu mit Pommes statt Darmspülung – so isset! Nebenbei gesagt nur eine von einem riesigen Haufen (diesmal kein Kackhaufen) an Besonderheiten, die dich von den anderen 3.562 Reisebloggern unterscheidet. Es gibt nur wenige Blogs, nee, eigentlich sogar überhaupt keinen, noch nicht mal meinen eigenen, bei dem ich das Feld „Notify me of new posts by mail“ angeklickt habe. Bei cats cosmos ist das anders. Ich bekenne: Ich bin süchtig.

    • Cat Cat sagt:

      Hi Nele,

      das freut mich wirklich sehr, wenn dir mein Blog so gefällt – geht runter wie Öl 😉 Es ist auch mein Ziel, die Leser immermal wieder zu erheitern und ein bisschen von den Ärgernissen des Alltags abzulenken. Wie heißt denn dein Blog?

      Ganz liebe Grüße aus der Wärme,

      Cat

  • Nele sagt:

    Liebe Cat,

    wir bloggen auf http://www.camperstyle.de über Camping und mobiles Leben – allerdings mit einem etwas „magazinigen“ Ansatz. Also wenig persönliche Einblicke, sondern eher serviceorientiert: Tipps für Einsteiger, News und Kuriositäten aus der Camperwelt, Reiseziele, etc.
    Gerade deshalb ist deine Seite auch eine so willkommene Abwechslung für mich 🙂

    Weiterhin tolle Erlebnisse – ich freue mich schon zu lesen, wie es bei dir weitergeht!

    LG
    Nele

  • Johanna sagt:

    Hi Cat,

    deine Beiträge sind jedes Mal zum Wegschießen.
    Bei der guys bar werd ich auf jeden Fall vorbeischauen, wenn ich im Süden von Thailand bin. Die Musik ist der Hammer!

    Lg
    Johanna

    • Cat Cat sagt:

      Hi Johanna,

      ja, die Guys Bar ist Pflichttermin, wenn man auf die Insel kommt, wir gehen am Freitag auch wieder hin 🙂 Wann kommst du denn?

      LG Cat

  • Sina sagt:

    Huhu Cat, hach ich liebe echt wie du schreibst!!! Immer ein erheiternder Moment im Alltag! 🍺 Ich möchte auch ganz bald nach Koh Phangan, verrätst du wie deine Unterkunft hieß? 😊 lG Sina

  • Steve 🍹 sagt:

    Hi CAT 😉👍😊
    Echt cooler Blog bereite mich gerade neben der Arbeit auf unseren 4 wöchigen Thailand Urlaub vor und bin über den Artikel im Lonely Planet auf doch gestoßen 👍😊 echt cool ❗️❗️❗️ Freu mich schon im Januar gehts nach Bangkok dann in den Norden und später in den Süden 😊 🍻 mach weiter so ❗️Grüße aus Düsseldorf und Hamburg

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