Tauchen als Hektiker

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Ich bin eine miserable Taucherin. Außerdem wollte ich nie eine sein. Zuviele Ängste und Sorgen, die mich immer und immer wieder seit meinem ersten Tauchgang 2011 heimsuchen. Was ist, wenn ich den Druckausgleich nicht hinkriege? Platzt dann mein Kopf? Was ist, wenn ich meinen Schlauch in 20 Metern Tiefe verliere? Bleibe ich so cool, wie ich es gelernt habe und hol ihn durch einen coolen Move zurück? Oder überkommt mich die Panik, ich paddel wild um mich, verliere zeitgleich meine Taucherbrille, schieße wie eine Irre Richtung Oberfläche und erliege der daraus resultierenden Dekompressionskrankheit? So eine saublöde Situation hatte ich noch nicht, aber falls es jemals soweit kommen wird: Den coolen Move werd ich nicht hinkriegen. Ich werde elendig verrecken.

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Ich weiß auch nicht, warum ich da so hektisch bin. Eigentlich ist Tauchen eine runde Sache. Schön gemütlich Arme vor dem Körper verschränken und langsam durch das Meer gleiten. Mit angehängten Gewichten und gleichmäßigem Atmen eine solide Balancy herstellen. Sollte nicht schwer sein. Für mich schon.

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Irgendwas ist immer. Entweder sind meine Gewichte zu schwer und ich plumpse direkt auf den Meeresboden. Wenn der Tauchguide kommt und eines meiner Gewichte entfernt, werde ich sofort nach oben katapultiert. Nicht selten ist es bisher vorgekommen, dass alle in einer Reihe tauchen und sich über mich lustig machen, weil ich überall im Meer bin, nur nicht in unserer beknackten Reihe.

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Fakt ist: Passieren wird mir schon nix. Ich kann meinen Schlauch nicht verlieren. Denn während ihn der normale Taucher einfach in den Mund steckt, beiße ich mich daran fest. So fest, bis mein Kiefer krampft. Auch meine Brille kann ich nicht verlieren, die drücke ich mir nämlich immer konsequent mit einer Hand ans Gesicht. Mit der Hand, die eigentlich vorne an der Brust verschränkt sein sollte. Die andere Hand sollte da auch sein, doch meine ist grundsätzlich wo anders. Immer, wenn grad niemand herkuckt, dann paddel ich damit heimlich, um eine bisschen Antrieb zu bekommen. Wie ein kleiner Fisch.

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Ein normaler Tauchgang dauert ca. eine Stunde. Die 200 Bar, die in einer solchen Taucherflasche drin sind, sollten bei normaler Atmung nämlich genau so lange ausreichen. Wenn ich dabei bin, dauert es nur 45 Minuten. Dieses Gefühl, unter Wasser zu atmen, ist so krass, da greift man doch gerne ausreichend zu wenn man die Möglichkeit hat, an Sauerstoff zu kommen. Alles reinziehen was da ist, am Besten gleichmäßig oder aber eben wie ich mit Schnappatmung. Und immer dran denken: Nicht die Luft anhalten während man tiefer geht. Da platzt nämlich angeblich die Lunge. Auch ne geile Info, die ich damals bei meinem Tauchschein bekommen habe. Entzückend.

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In meiner Anfangszeit als Taucherin hatte ich ja mal die Idee, dass ich auch Tauchlehrerin werden könnte. Die Idee an sich ist mit Sicherheit geil, schön von Insel zu Insel jetten und damit Kohle verdienen. Nun. Ihr könnt euch denken, dass das mit mir nix wird, hab ich auch selbst eingesehen. Ich würde mehr Panik verbreiten, als dass ich irgendjemanden beruhigen oder gar retten könnte. Nein, wenn dann muss ich gerettet werden.

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Nichtsdestotrotz ist Tauchen immer geil. Diesmal wars am Sail-Rock irgendwo zwischen Koh Phangan und Koh Tao, mitten im südchinesischen Meer. Es ist ein unfassbares Gefühl. Man fühlt sich klein und ist es auch, in den Tiefen des großen, weiten Meeres. Man hat Respekt vor der gesamten Unterwasserwelt. Hier geht’s zum Tauchvideo:

7 Comments

  • Sieglinde Voit sagt:

    Anscheinend bist Du wieder hochgekommen! 🙂 Aber ich kann das gut verstehen, mir ging es schon beim Schnorcheln so!

  • Sabi sagt:

    Hahahaha made my day….
    Chill mal 😀
    Einatmen – ausatmen – einatmen – ausatmen
    Wenn das sogar ich als Asthmatikerin überleb, dann du auch 😀
    -> ausser es kommt Wasser in die Brille oder sie wird verschlagen. Dann gilt es: ums überleben kämpfen!

  • Elli sagt:

    Ich musste so lachen, als ich deinen Artikel gelesen habe! Mir gehts nämlich exakt genauso, ich hab mich zu 100% wiedererkannt 🙂

  • Weiß sagt:

    Du solltest es wirklich bleiben lassen. Es heißt Buoyancy. Eine solide Balancy gibt’s nicht.

    Bitte halt beim abtauchen gerne die Luft an, solange Du es nicht beim auftauchen tust.

    Und die Dauer, die Deine Luft hält, ist von mehreren Faktoren, als nur von Dir abhängig… Temperatur, körperliche Verfassung, Strömung, etc…

    So ein paar nicht unwichtige Fakten und Regeln hättest Du eigentlich beim „Tauchschein“ mitbekommen müssen. Da hast Du wohl scheinbar nicht zugehört, war nicht Fancy genug.

    Bitte schau Dir deine Kursunterlagen nochmal an, oder lass es bleiben.

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