Faule Tage im Paradies

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Der Gecko in meinem Zimmer brüllt. Nein, er eskaliert. Ich überlege, was ich heute mache, stehe motiviert auf, sehe meine Hängematte und verschiebe alle Pläne 2 Stunden nach hinten.

Los geht’s mit schwimmen! Ich werfe mich in meinen neuen Bikini und freue mich über meine seltene Sportmotivation. . Das Schwimmen entpuppt sich allerdings als dummes Rumstehen im Sand, da anscheinend gerade Ebbe ist – eine Fehlkalkulation.

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Ich robbe ein paar Meter um die nächste Bucht und treffe dort ein paar Leute, die den gleichen Plan hatten, nun aber spontan nur ein bisschen hier rumgammeln. Ich gammel mit und laufe danach nach Hause. Frühstück.

Ich bestelle mir einen Obstsalat mit Ingwer-Tee und bekomme ein Käseomlett mit Kaffee. Macht nix, schmeckt auch gut. Insgeheim hatte ich ohnehin mit dem Omlett geliebäugelt, hatte mir aber eigentlich vorgenommen, ein bisschen auf meine Ernährung zu achten. Es sollte wohl nicht sein, nicht heute. Nachdem das Kind für heute eh schon in den Brunnen gefallen ist, weiß ich wenigstens jetzt schon, dass ich zu Mittag das Hühnchen mit der indischen Buttersoße esse.

Ich lese ein paar Mails und checke meinen Blog. Erquickt stelle ich fest, dass mein letzter Blogpost über 6000 Leute erreicht hat – das ist 3 mal soviel wie normalerweise. Ich versuche das Rätsel zu lösen und stelle fest, dass das alles durch die vielen Links passiert ist. Wenn ich euch quasi hier und jetzt darauf verweise, dass ich ja eigentlich auch schon ein paar Geschichten über Neuseeland, Laos und Sumatra geschrieben habe, sollte eigentlich wieder das gleiche passieren – ich werde das mal überprüfen.

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Ein Bekannter kommt wild winkend auf mich zu gerannt und versucht, mich von einer Wasser-Massage zu überzeugen. Einen Kurs hätte er auf die Beine gestellt, alles was er bräuchte, wären Freiwillige, die sich im Wasser eine Stunde umsonst massieren lassen. Das kommt bestimmt gut. Ich sage ja und laufe zu dem besagten Strand.

Ein Nacktstrand! Ich versuche, mich nicht allzu sehr reinzudenken, denn was ich mir grad wieder ausmale zum Thema Wassermassage am Nacktstrand ist nicht gut. Der Bekannte kommt fröhlich strahlend auf mich zu und reißt sich die Hose vom Leib. Alles was ich sehe und denke ist Penis.

Ich kann nicht. Unter keinen Umständen werde ich mich nackt ausziehen, um mich nackt von einem Nackten durchs Wasser zerren zu lassen. No Way.

Der Nackte hat Verständnis, er bleibt aber trotzdem weiterhin nackt. Es geht los. Entspannen soll ich mich, was aufgrund der Begleiterscheinungen eher weniger funktioniert. Ich bin hart wie ein Brett, während mich der Nackte völlig apathisch an der Wasseroberfläche über den ganzen Strand zerrt. Der Körper soll eins werden mit dem Wasser, die Seele ein bisschen davon gleiten, die Wellen den Geist beruhigen. Ich weiß nicht, was er genommen hat, aber ich befürchte, es war zuviel.

Wir sind fertig. Völlig durcheinander laufe ich zurück und schreibe das schnell alles auf. Außerdem schreibe ich noch ein paar andere Sachen und freue mich, dass ich so motiviert bin. Hoffentlich bleibt das so.

Weil die erste Massage extrem seltsam war, entscheide ich mich für eine solide Thaimassage. Nachdem ich schon erfahren bin, wage ich mich diesmal an die Thai-Hardcore-Oil-Massage: Ein Fehler. So zierlich und klein meine Masseuse ist – sie ist definitiv eine Kraft-Sau! Eine Stunde dauert der ganze Spaß, und ich fühle mich, als würde sie mir die Haut vom Knochen schaben und zeitgleich alles brechen. Ein bisschen lädiert, aber tiefenentspannt laufe ich zurück zu meinen Roller.

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Eine Freundin aus Deutschland kommt zu Besuch. Ein Freund der Full Moon Party bin ich ja eigentlich nicht, aber einmal muss man das Ganze schon mitmachen. Wir trinken ein paar Buckets , lassen uns bunt vollschmieren und benehmen uns total daneben, so wie alle anderen auch. Kurz vor Schluss lasse ich mir gepflegt meinen Geldbeutel aus der Tasche klauen und könnte mich ohrfeigen. 9 Monate geht alles gut und kurz vor knapp leiste ich mir noch so einen Oberknaller. Gut gemacht! Ein guter Kumpel baut besoffen einen Rollerunfall und verbringt seine Zeit ab sofort im Krankenhaus. Nachdem wir mit unserem Auftritt sämtliche Klischees erfüllt haben, entschließe ich mich, nie wieder auf die Fullmoon Party zu gehen.

Es geht dahin zurück, wo am morgen alles angefangen hat: In meine Hängematte, da, wo ich anscheinend am besten aufgehoben bin 😉

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