Happy Birthday, cats cosmos!

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Am 13. Oktober 2014 hätte ich mir vor Aufregung fast in die Hosen geschissen. Showdown für die Veröffentlichung meines Blogs. Will das wirklich jemand lesen? Kassiere ich Ruhm und Ehre? Oder werde ich gedisst und irgendwer wünscht mir Böses? Am 13. Oktober 2015 sitze ich wieder da und muss hart zusammenkneifen. Der Angst-Schiss ist im Anmarsch, denn ich stehe kurz davor, in die zweite Runde des Votings zum Senior-Beach-Inspector zu kommen. Das ist ja eine interessante Entwicklung in 365 Tagen. Und irgendwie hängt das Eine mit dem Anderen zusammen. Was war passiert? Ich finde, zum 1. Geburtstag meines Blogs sollten wir Resümee ziehen.

Resümee über ein ganzes geiles Jahr.

Da saß ich also, mitten in Bali, am Anfang einer wahrlich zauberhaften Reise und hatte mich entschlossen, meine Gedankenergüsse mit der ganzen Welt zu teilen. Über gruselige Vulkanwanderungen, Pseudo-Blitzhochzeiten, eskalierende Feierei auf den Gilis und Nahtoderfahrungen in Kuta hatte ich berichtet, so dass gleich zu Beginn ein grandioser Auftakt für den Blog gewährleistet war: Alle waren entsetzt. Eine Leserschaft war geboren.

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Nachdem ich in Sumatra nächtelang in einem Dschungel umhergeirrt bin und wilde Orang Utans verfolgt habe, hätte man meinen können, es wird langsam mal ein bisschen ruhiger. Doch dann habe ich die richtig lustigen Geschichten meiner Beinahe-Entführung rausgeballert. Fortan musste ich mich alle 3 Tage über Whats-App zu Hause melden. Doof.

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So bin ich im November nach Malaysia geflogen, um mich Vorort mit einer Freundin zu treffen. Ganz gemütlich sind wir 3 Wochen lang die komplette Westküste hoch gereist um anschließend am Ziel meiner verdorbensten Träume anzukommen: Thailand.

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Dass ich innerhalb diesen Jahres noch 3 Mal einreisen würde und wegen Visa-Überzug kurzeitig in Polizeigewahrsam sein würde, das wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Immer für eine Überraschung zu haben. Nach 3 Wochen Insel-Hopping und einem kurzen Eklat am Flughafen war die Freundin wieder weg und ich im Dezember auf meinem Weg nach Nordthailand.

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Chiang Mai und Pai. 3 Tage wollte ich bleiben, 2 Wochen sind draus geworden, bis ich mich dazu entschlossen habe, tagelang über den Mekong zu schippern. Ich wollte nach Laos.

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Hier wollte ich nur ganz kurz bleiben, um pünktlich zu Weihnachten wieder in Thailand zu sein. Das hat nicht geklappt. Ich bin elendig versumpft, was vermutlich an der Horde saulustiger Österreicher lag, die ich vor Ort aufgegabelt habe. So hatten wir ein zauberhaftes Weihnachten.

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Weil es der Zufall so wollte, haben wir uns alle gemeinsam auf den Weg nach Thailand gemacht, um auf einem völlig wilden GOA-Psytrance Festival Silvester zu feiern. Das war geil. Dort habe ich Menschen kennengelernt, die ich noch heute sehr gerne mag, mit denen ich noch heute Kontakt habe, die ich noch heute tief in mein Herz geschlossen habe. Nachdem ich 4 Tage gefeiert habe, als Obdach nur ein Zelt hatte und im Anschluss noch ein paar extrem anstrengende Tauchgänge absolviert habe, hatte ich die Schnauze voll: Ich brauchte Urlaub vom Urlaub.

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Ob Koh Panghan im Januar dafür die richtige Destination war, kann ich im Nachhinein nicht sagen. Wahrscheinlich eher nicht. Aber es war gigantisch. Ganze 4 Wochen habe ich gar nichts gemacht, außer mich in meiner Hängematte zu suhlen, in einer kleinen Waldhütte zu wohnen und ein bisschen am Blog zu basteln .

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In einer Unterkunft, die ich schon kannte, in der ich die Besitzer Mama und Papa nennen darf, habe ich gewartet. Auf Mama und Papa.

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Nach einer entspannten Woche zu dritt haben wir uns gemeinsam auf den Weg nach Bangkok gemacht – für die einen ging es im Februar zurück ins eiskalte Deutschland, für die andere nach Neuseeland. Die Andere war in diesem Fall ich. Nach 5 Monaten Asien war ich mehr als durcheinander, als ich neuseeländischen Boden unter den Füßen hätte. Ein Eigenkulturschock. Erstmal sammeln und nächtelang grübeln. Weil ich überhaupt keine Ahnung hatte, wie es nun weitergeht, bin ich mit 3 völlig Fremden in ein Auto gesprungen und habe den Norden um Auckland erkundet.

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Da uns mieten zu uncool war, hatte ich mir das Mädel geschnappt und war fortan den kompletten März im Hitchhiking-Modus unterwegs. Oma zittert noch Heute. So sind wir über die gesamte Nordinsel getrampt, um irgendwann in einem kleinen Hexenhaus als Gärtner ein paar Tage zu arbeiten. Das war äußerst amüsant, zumal ich kein Gärtner bin. Aber wer sich gut verkauft, bekommt jeden Job den er will.

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Nach ca 4 Wochen habe ich es endlich auf die Südinsel geschafft, wo ich eigentlich bleiben wollte. Doch hier haben sich die Ereignisse überschlagen. Angekommen in einer kleinen Hippie-Kommune, von der man denken sollte, die sind alle ganz easy unterwegs, wurde ich gejagt. Gejagt von einem wilden Hysteriker, der mir nichts als Ärger beschert hat. So bin ich wieder mit einem totalen Voll-Chaoten Pärchen losgezogen und habe die komplette Südinsel erkundet.

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Angekommen am wohl kältesten Ort Neuseelands, Wanaka, hab ich mich eine Zeit lang in eine lustige WG eingenistet und ein paar Wochen vor mich hinvegetiert. Einen grandiosen Job als Tellerwäscher hatte ich auch. Das war dann im April und schon da habe ich allmählich gemerkt, dass irgendwas nicht so ganz passt. Mir war kalt. Ich war verstimmt. Kein Bock mehr also. Maximal irritiert darüber, was gerade in meinem Kopf vorgeht, habe ich nach Lösungen gesucht. Eigentlich wollte ich ja in Neuseeland bleiben. Aber der einbrechende Winter hat mir stark zugesetzt.

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Das ist einfach nix für mich. Nachdem ich leider nicht zum Millionär wurde, hatte es fortan nicht mehr allzu gut im Geldbeutel ausgesehen. Für die Fidjis hat es leider nicht mehr gereicht. Aber zum Sonnetanken für Thailand, nach sage und schreibe 3 Monaten Abstinenz. Also hab ich meinen Plan über den Haufen geschmissen und saß wieder im Flieger – so langsam Richtung Heimat. Nachdem ich außerplanmäßig den kompletten Mai in Thailand war, wo es mir dann übrigens zu heiß wurde, war die Zeit gekommen, nach Hause zu fliegen.

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Ich wollte Wurstsalat, mein Bett, mein Klo, meinen Schrank, meine Freunde. Ganz große Pläne hatte ich ab Juni. Arbeiten, Routine, alles was man auf so einer Reise nicht hat, ja, das wollte ich dann. Ich war mir zu 1000 % sicher, dass ich auch genau das bekommen würde. Nix wars. Mit dem Arbeitsamt im Nacken waren die Weichen für einen fabulösen Sommer gestellt. So hab ich mich mal hier und da beworben, meist erfolglos. Der ein oder andere Spaß hätte vielleicht funktionieren können, jedoch bei so einem erniedrigenden Gehalt, dass ich mich insgeheim schon längst wieder ans Meer gewünscht habe.

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Nach einem spontanen Kurztrip nach Schweden im Juli, einem abgefahrenen Festival in Ungarn und einer wilden Sause in Polen im August war eines klar: Ich hatte wieder Hummeln im Arsch.

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Ich bin halt eine Reisende. Zwischendrin bin ich des Öfteren durch meine Nürnberger Lieblingsclubs getanzt, habe mit Freunden divers das ein oder andere Glas Weiswein gekippt und über das Leben philosophiert. Alles in allem: Ein geiler Sommer.

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Doch als erst letztens der niederschmetternde Herbst vor der Tür stand, da wurde ich panisch. Akuter Handlungsbedarf. Noch 5 Grad weniger und ich falle in den Winterschlaf. Wie ein Tier, bei dem ganz langsam der Stoffwechsel nach unten fährt und es sich in Folge für die nächsten 5 Monate nicht bewegen wird. Ja, so wird das bei mir auch werden, wenn nicht zeitnah irgendwas passiert, was mit Strand, Sonne und Meer zu tun hat. Mittlerweile weiß ich, warum ich diesen Sommer keinen Job bekommen habe: Ich musste warten, bis das Jahrhundert-Angebot zum Senior Beach Inspector gekommen war. Ganz einfach.

Ein Ausblick

Es bleibt mega spannend! Gesetzt dem Fall, ich komme in die zweite Runde zur Wahl zum Senior Beach Inspector, werde ich in den nächsten 5 Wochen noch ein bisschen auf meinem Blog rumnerven. Und im Radio. Und auf meinen geheimen Kanälen. Warum 5 Wochen? Man munkelt, da gäbe es ein Finale, indem 10 Finalisten an einen geheimen Strand geflogen werden, um sich dort vor einer Jury zu beweisen. Klingt mir zwar hart nach DSDS-Casting, aber gar so schlimm wird es nicht sein, das Unternehmen erscheint mir nämlich wirklich solide!

Falls ich gewinne, wäre das mein persönliches Spektakel des Jahres. Wahnsinn. Die Ereignisse würden sich überschlagen: Dann hätte ich knappe 3 Wochen, um meine Wohnung unter die Leute zu bringen, denn am 17. Dezember geht es schon nach Thailand, Weihnachtsurlaub mit der Family. Zurück geht’s Anfang Januar, und da fängt dann auch direkt die ganze Sause an.

Tschüss Deutschland, Hallo Welt!

Hier noch vorsichtshalber Plan B, denn falls mich irgendein Niemand von meinem Thron kickt, muss ich mir wohl oder übel was anderes überlegen. Letztens habe ich meine hauptberufliche Selbständigkeit als Redakteurin und Texterin angemeldet und kann somit von überall aus arbeiten. Ich weiß, ich bin ein Fuchs. Da mein Flug nach Thailand aufgrund mangelnder Jobperspektiven und allgemeiner Verwirrtheit bis dato noch gar nicht gebucht ist, wird er direkt nach dem Ausscheiden aus dem Finale gebucht – tränenüberströmt, da brauch ich dann ein Goodie zur allgemeinen Erheiterung. Da es dann keinen Grund geben wird, Anfang Januar zurück zu fliegen, werde ich wohl ein bisschen länger bleiben und den Rückweg vielleicht über Goa bestreiten. Dann Heim und dann mal kucken. Vielleicht Columbien? Ecuador? Chile? Oder dem Pseudo-Beach Inspector hinterher reisen und von der Seite mit einem Stock piesacken? Alles kann, nichts muss. Es bleibt also spannend. So spannend, dass auch jetzt wieder der Angst-Schiss an der Tür klopft.

Fakt ist: In diesen Minuten geht catscosmos in die zweite Runde, ein weiteres, unfassbar spannendes Jahr steht bevor und ich freue mich schon jetzt, auf meinem kleinen, aber feinen Imperium weiter entertainen zu dürfen.

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